Internetberatung Sven Przepiorka

Ein paar Empfehlungen für Abgeordnete und deren Websites

· Meinung · ·

Die Pflege der eigenen Website kann für Abgeordnete sehr zeitintensiv sein und gerade in Sitzungswochen ist Zeit oft knapp. Insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass es immer noch Abgeordnete gibt, die ihre Ressourcen im Büro anderweitig nutzen und so beispielsweise Ihre Website direkt nach der Wahl wieder vernachlässigen. Dies ist jedoch langfristig ein Fehler, wie der Beitrag Chancenlos im Netz in der Kolumnen von Martin Fuchs sehr gut aufzeigt. Mögliche Vorteile bei erneuten Kandidaturen werden verschenkt.

In einem wunderbaren Impulsreferat Homepage für Abgeordnete hat Frank Bergmann bereits aufgezeigt, was ein Abgeordneter mit seiner Homepage alles anstellen kann, welche Mittel es dafür gibt und worauf man achten sollte.

Hier meine persönlichen Empfehlungen für Abgeordnete und deren Websites:

  • Vernachlässigen Sie nie Ihre Website. Auch nicht gegenüber Facebook. Die Website stellt am Ende einer Legislaturperiode Ihren persönlichen Rechenschaftsbericht dar. Sie werden erstaunt sein, wie die Zugriffszahlen auf alte Inhalte vor einer Wahl ansteigen.

  • Berichten Sie daher auf Ihrer Website über jeden interessanten Termin im Wahlkreis. Manchmal reichen schon 3-4 Sätze aus. Wichtig ist nur, dass Sie den Grund des Termins möglichst schon in der Überschrift gut skizzieren und dass Sie möglichst viele (bekannte) Namen im Text unterbringen. Schließlich werden Namen gegoogelt und Sie werden so im Laufe der Zeit gefunden, obwohl niemand nach Ihnen gesucht hat.

  • Lassen Sie sich bei jedem Termin von einem Mitarbeiter begleiten, so dass dieser jederzeit eigene Fotos machen und den Text für die Website vorbereiten kann.

  • Schreiben Sie die Texte möglichst einfach und verständlich. Die Spannbreite der Leser und deren Lesekompetenz kann auf der einen Seite groß sein, zum anderen hilft es generell beim schnellen Überfliegen eines Textes.

  • Vermeiden Sie unbedingt bei Ihren Text den Charakter einer Pressemitteilung. Pressemitteilungen machen Sinn. Aber nur für die Presse. Auf Ihrer Website wirkt es jedoch umprofessionell und unpersönlich.

  • Investieren Sie in eine gute Kamera und schicken Sie Ihren Mitarbeiter auf ein Foto-Seminar. Gute Bilder können am Ende das wichtigste des gesamten Termins sein. Denn machen Sie sich nichts vor: niemand sucht gezielt nach Ihren Texten zu Terminen im Wahlkreis! Gute Bilder schaut sich jeder jedoch gerne an und manchmal motivieren sie auch, den Text unterhalb zu lesen. Zudem freut sich jeder Besuchte, wenn er sich neben dem Abgeordneten wieder erkennt. Und falls mal überraschend eine Wahl kommt, sind Sie stets gut vorbereitet und können auf einen Pool aus Bildern zurückgreifen.

  • Verzweifeln Sie nicht, wenn Sie keinen ausgebildeten Fotografen im Team haben. Professionelle Bilder haben zwar die größte Wirkung, aber selbst schlechte, unscharfe und dunkle Bilder sind immer noch besser als gar keine.

  • Seien Sie möglichst zeitnah mit der Veröffentlichung Ihrer Bilder und Texte. Berichte mit wochenlangen Verspätungen enttäuschen nicht nur den Besuchten.

  • Denken Sie erst dann über andere Inhalte auf der Website nach, wenn Sie über alle Termine berichtet haben.

  • Ergänze Sie dann Ihre Berichterstattung auf der Website mit Rede-Manuskripten, individuellen Standpunkten und Hintergrundinformationen.

  • Veröffentlichen Sie bei Parteitagen oder anderen Großveranstaltungen möglichst als erster ein Bild, was den Charakter der Veranstaltung widerspiegelt, und verlinken Sie dieses auf Facebook. Die ersten Bilder erzeugen die meiste Aufmerksamkeit.

  • Bieten Sie bei Ihren Berichten die Möglichkeit zum Abonnieren eines Newsletters an. Die meisten Besucher Ihrer Website sind unregelmäßige Besucher. Mit einem Newsletter können Sie sich jedoch immer wieder in Erinnerung rufen.

  • Werben Sie vor allem innerhalb der Partei vor Ort für Ihren Newsletter. Hier sitzen Ihre größten Unterstützer.

  • Verschicken Sie den Newsletter regelmäßig und finden Sie für sich und Ihre Leser das richtige Intervall. Ein wöchentlicher Newsletter kann schnell nerven, genauso kann ein halbjährlicher auch nur zu Achselzucken führen.

  • Überprüfen Sie den Verteiler Ihres Newsletters regelmäßig. Veraltete und ungültige Adresse erhöhen das Risiko, dass Ihr Newsletter als Spam eingeordnet wird.

  • Nutzen Sie für Ihre Website ein möglichst einfach zu bedienendes Content-Management-System. Jede Zeit, die Sie für die Benutzung aufbringen müssen, ist verlorene Zeit für gute Inhalte.

  • Nehmen Sie sich Zeit bei der Auswahl des Content-Management-Systems. Sie könnten zwar jederzeit wieder das System wechseln, Sie werden jedoch dafür in der Regel nie die Zeit oder das Budget haben.

  • Achten Sie möglichst auf einen direkten Ansprechpartner, der Ihnen bei Problemen mit dem Content-Management-System schnell und unkompliziert hilft.

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