Internetberatung Sven Przepiorka

Die Social Media-Aktivitäten von Kristina Schröder

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Seit gut 15 Monaten ergänzt die Wiesbadener Bundestagsabgeordnete und seit kurzem auch Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder ihre Kommunikationstrategie durch verschiedene Social Media-Aktivitäten. Sie schreibt regelmäßig Kurznachrichten bei Twitter und pflegt eigene Profilseiten bei Sozialen Netzwerken wie Facebook und WKW. Da ich sie dabei begleitet und gelegentlich unterstützt habe, wird es langsam Zeit für ein kleines Zwischenfazit.

Twitter

Als Kristina Schröder zu Beginn des letzten Jahres anfing, eigene Kurznachrichten auf Twitter zu veröffentlichen, gehörte sie zu den ersten Bundestagsabgeordneten, die die Chancen von Twitter erkannt haben. Seitdem hat sie selbst knapp 1200 Tweets geschrieben, die mittlerweile von über 7500 Follower gelesen werden. Laut einem aktuellen Ranking gehört sie momentan mit Platz 40 zu den Twitter-Nutzern mit den aktivsten, deutschsprachigen Followern.

Kristina Schröder twittert grundsätzlich selbst. In der Regel nutzt sie dazu ihr Blackberry und die mobile Website von Twitter, gelegentlich aber auch die Website von Twitter. Einen richtigen Twitter-Client konnten wir zu Beginn wegen (Sicherheits-)Problemen mit der Technik-Abteilung des Bundestages nicht auf ihrem Blackberry installieren. Seit wenigen Wochen hat sich dies jedoch geändert und sie nutzt nun Twitter für Blackberry.

Bevor findige Nutzer jetzt auf die Idee kommen, alle ihre bisherigen Tweets und verwendeten Clients auszuwerten, sei gesagt, dass ich gelegentlich auch Tweets von ihr online gestellt habe. Oft liegt es daran, dass sie gerade keine Verbindung zu Twitter bekommt oder dass sie gerade nicht einen Link bzw. ein Bild zur Hand hat. Dann schickt sie mir eine SMS mit dem Tweet-Text und ich stelle es meist über den Browser online. Änderungen im Wortlaut nehme ich nicht vor. Wenn sie jedoch aufgrund der Zeichenlänge notwendig sind, kürze ich eigenständig gängige Schreibweisen und halte sonst Rücksprache.

Auf der Agenda hatten wir Twitter bereits seit Mitte 2008, doch damals war Twitter in Deutschland nur unter Web 2.0-Kennern bekannt und erschien uns damit noch nicht für die politische Arbeit relevant. Dies änderte sich jedoch schlagartig mit dem Landtagswahlkampf in Hessen. Sowohl die CDU mit ihrer Unterstützerinitiative webcamp09 als auch die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel nutzten Twitter intensiv, um mit ihren Anhängern und möglichen Wählern zu kommunizieren. Im Zuge dessen gewann Twitter über den gesamten Wahlkampf eine große Aufmerksamkeit in den deutschen Medien und dutzende politisch geprägte Twitter-Accounts entstanden. Kristina Schröder fing zwei Tage nach dem webcamp09 mit dem Twittern an und war damit fast von Anfang an dabei. Damals jedoch noch unter dem Nutzernamen "koehler2009", da der jetzige Nutzernamen noch durch ein Fake besetzt gewesen ist. Nach gut drei Wochen wurde jedoch der Account erfolgreich durch das Team von Twitter übertragen.

Aktuell ist der Account immer noch unter dem Nutzernamen "kristinakoehler" zu finden. Zwar hat sie im Februar geheiratet und damit ihren Familiennamen auf Schröder geändert, allerdings ist "kristinaschroeder" genau zwei Zeichen zu lang. Andere Nutzernamen mit beispielsweise sinnvollen Abkürzungen wie "kschroeder" sind leider bereits vergeben oder nicht gewünscht wie etwa "ministerschroeder". Für gute, noch frei verfügbare Ideen wären wir alle dankbar.

Kristina Schröder nutzte von Beginn an Twitter vor allem dazu, um über ihren politischen Alltag zu berichten. Private Meldungen sind bis heute eher selten. Meiner Meinung nach ist daraus über die Monate hinweg ein spannender Einblick in das Leben eines Politikers entstanden. Selbst mir, der sie mittlerweile über 7 Jahre lang als Mitarbeiter begleitet, waren einige Dinge neu. Manchmal wollte ich am liebsten mit ihr tauschen, meistens aber eher nicht.

Sicherlich kann man auch zahlreiches an ihren Tweets kritisieren. Mir wäre es auch lieber, wenn es manchmal etwas mehr in die Tiefe gehen würde. Aber auch ich habe gelernt, dass sich nicht alles immer in 140 Zeichen unterbringen lässt. Und das stark gekürzte Aussagen dazu neigen, sehr schnell falsch verstanden zu werden.

Ein anderer Kritikpunkt sind Replies, die oft vermisst oder manchmal sogar eingefordert werden. Generell ist es richtig, dass die Quote der Replies insgesamt niedrig ist. Sofern man es mit anderen Twitter-Nutzern vergleicht. Aber andererseits ist die Anzahl der Replies an Kristina Schröder zu hoch, um auf jeden einzelnen zu reagieren. Gerade auch dann, wenn man bedenkt, dass sie aufgrund ihrer Arbeit nicht ständig vor dem Rechner sitzt und im Browser die entsprechende Webseite aufruft. Und in der mobilen Website von Twitter waren die Replies bis vor kurzem nicht vollständig integriert. Da ich persönlich Twitter als ein sehr schnelles Kommunikationsmedium empfinde, halte ich es für legitim, wenn man auf Replies nach 2-3 Tagen nicht mehr reagiert. In der Regel hat sich bis dahin die Frage eh geklärt.

An dieser Stelle muss ich aber auch erwähnen, dass ich einige Replies und darin enthaltene Frage für sehr vermessen finde. Tweets von der Art "Was halten Sie von §123 im Gesetzbuch XY?", "Wollen wir mal einen Kaffee trinken?" oder "Ich habe ein Problem mit meiner Steuererklärung und dem Kindergeld. Können Sie mir weiterhelfen?" halte ich generell für schwierig. Würde ein Politiker darauf antworten, würde ich mir persönlich auch die Frage stellen, ob er wirklich nichts wichtigeres zu tun hat.

Auch das vehemente Einfordern von Antworten hilft dabei wenig. Ein Recht auf eine Antwort gibt es meiner Meinung nach bei Twitter nicht. Ein Tweet ist nicht mit einer offiziellen Anfrage per Brief oder E-Mail vergleichbar. Dies werden sicherlich viele aus dem Web 2.0-Umfeld anders sehen, aber wer schon einmal in einem Abgeordnetenbüro gearbeitet, wird das notwendige Setzen von Prioritäten als sinnvoll bestätigen können.

Trotz allem kann aber jeder davon ausgehen, dass alle fremden Replies von Kristina Schröder und/oder mir gelesen werden. Wenn meiner Meinung nach eine schnelle Reaktion erforderlich ist, informiere ich sie in der Regel per SMS und sie kann dann selbst entscheiden, ob und wie sie reagieren will oder nicht. Allerdings gebe ich gerne zu, dass dies bislang nur selten vorgekommen ist.

Nach der Nominierung zur Bundesministerin ist die Frequenz von neuen Tweets etwas geringer geworden. Dies hatte vor allem damit zu tun, dass das Einarbeiten in die neuen Aufgaben Vorrang hatte. Dennoch haben schon die wenigen Tweets gezeigt, dass sie gerne mal durch die bundesweiten Medien aufgegriffen und interpretiert werden. Im Bundestagswahlkampf 2009 haben wir im kleinem bereits ähnliche Erfahrungen mit der regionalen Presse in Wiesbaden gemacht.

Auch wenn sich nun die Ausgangssituation durch die Berufung zur Bundesfamilienministerin geändert hat, wird Kristina Schröder auch in Zukunft dem Twittern treu bleiben. Dies hat sie ja zu Beginn selbst per Tweet verkündet und mittlerweile auch selbst schon öfters belegt.

Wer kennt wen

Nach Twitter wurde im März 2009 die Kommunikationsstrategie schließlich um ein Profil im mittlerweile bundesweit größten Sozialen Netzwerk, Wer-kennt-wen.de (WKW), erweitert. Zur Auswahl standen damals neben WKW auch StudiVZ, Lokalisten und Facebook. WKW wurde jedoch bewusst ausgewählt, da dieses Netzwerk in der Region um Wiesbaden die meisten Nutzer hat. Allerdings hat sich im Laufe der Zeit schnell gezeigt, dass WKW nicht ganz unseren Erwartungen gerecht wird. Selbst am Ende des Bundestagswahlkampfes waren gerade einmal knapp 400 Freunde zu verbuchen.

WKW mag zwar das größte Soziale Netzwerk nach Visits oder gar registrierten Benutzer sein, aber die Interaktion mit anderen ist eher schwierig. Das Einstellen von Bildern ist äußerst mühselig und auch im integrierten Blog ist das Veröffentlichen von kurzen Berichten kaum möglich. HTML-Formatierungen, Bilder, Links und selbst teilweise Zeilenumbrüche werden herausgefiltert. Das automatische Einbinden von Twitter-Nachrichten oder von einem RSS-Feed ist ebenfalls nicht möglich. Selbst die Kommunikation mit den eigenen Kontakten ist per privater Nachrichten schlecht gelöst. Verteiler lassen sich nicht einrichten und letztendlich muss jeder Freund fast einzeln angeschrieben werden. Die hohe abendliche Auslastung der Server und das damit verbundene langsame Aufrufen der einzelnen Webseiten war zu guter Letzt auch nicht sehr förderlich.

Das integrierte Gästebuch haben wir eine Zeit lang getestet. Jedoch wurde schnell deutlich, dass es mehr Aufwand als Nutzen mit sich bringt. Jede Woche konnte ich mehrere ASCII-Code-Bilder sowie Flirtangebote zum privaten Kennenlernen entfernen.

Der Account bei WKW wurde überwiegend von mir inhaltlich gepflegt. Die Kontaktanfragen wurden vollständig von mir manuell geprüft, wobei Kristina Schröder jederzeit informiert war, wer ihr Freund bei WKW ist. Alle privaten Nachrichten wurden von ihr selbst gelesen und beantwortet. Hier hat sie gelegentlich nur das Büro unterstützt, indem es die von ihr formulierten Antworten per Copy & Paste in die entsprechende Formularmaske übertragen hat.

Im gesamten Bundestagswahlkampf konnten wir einmal WKW gezielt für eine Aktion einsetzen. Dazu haben wir nach Gruppen zum BKA und dem Statistischen Bundesamt gesucht und haben dann persönliche Anschreiben mit einem Link zu einem Themen-Flyer an alle Mitglieder mit Wohnsitz Wiesbaden verschickt. Die Resonanz war überwiegend in Ordnung, aber das Kosten-Nutzen-Verhältnis würde ich nachträglich eher als fraglich bezeichnen.

Insgesamt ist meiner Meinung nach die Intergration von WKW in die politische Kommunikation kaum lohnenswert. Daher habe ich Kristina Schröder auch empfohlen, die dortigen Aktivitäten einzustellen. Dies wird auch in Kürze geschehen.

Facebook

Ganz im Gegensatz zu WKW hat sich Facebook im politischen Umfeld insgesamt und insbesondere auch bei Kristina Schröder sehr gut bewährt. Facebook macht es einem extrem leicht, bestehende Ressourcen wie Twitter oder RSS-Feeds automatisch zu übernehmen. Auch die neu gewonnene Ähnlichkeit mit Twitter erleichert es ungemein, die eigenen Statusmeldungen mit einem großen Publikum zu teilen. Das Anlegen von neuen Bilderalben sowie das Hochladen von Bildern ist einfach und macht richtig Freude. Zudem ist die Anzahl der Nutzer mit politischem Interesse deutlich größer als bei WKW. Aktuell sind mit dem Profil von Kristina Schröder genau 5000 Personen als Freund verbunden, was auch die maximale Anzahl von Freunden bei Facebook bedeutet. Allerdings muss man eingestehen, dass davon knapp 90% erst nach der Nominierung zur Bundesmisterin hinzugekommen sind. Während des Bundestagswahlkampfes blieb die Zahl deutlich hinter unseren Erwartungen zurück.

Zu Beginn der Aktivitäten auf Facebook galt es zu klären, ob nun ein Profil oder eine Fan-Seite für Kristina Schröder eingerichtet werden soll. Nach langen Diskussionen haben wir uns letztendlich für eine Profilseite entschieden. Dies hatte vor allem zwei Gründe. Zum einem war Anfang Mai 2009 der Import von bestehenden Ressourcen in Profile noch deutlich einfacher als bei Fan-Seiten, was erst einigen Wochen später mit der Erweiterung der Möglichkeiten bei Fan-Seiten durch Facebook geändert wurde. Und zum anderen war es bei einem Profil besser möglich zu prüfen, ob jemand als Freund bzw. Fan zugelassen wird oder nicht. Unser Ziel war es, bestimmte politische Gruppierungen außen vor zu lassen und es ihnen nicht zu erlauben, Freund oder Fan von Kristina Schröder zu werden. Aus diesem Grund wurden alle Freundschaftsanfragen von mir nach einer Liste mit Schlüsselworten, die ich mir im Laufe der Zeit angelegt habe, geprüft. Da ich selbst keinen politischen Hintergrund habe, befindet sich die Liste bis heute mit Hilfe meiner Kollegen unter ständiger Erweiterung. Da bestätigte Freundschaften auch nachträglich in bestimmte Gruppen und Fan-Seiten eintreten können, überprüfe ich deren Mitgliederlisten in regelmäßigen Abständen mit der Freundesliste von Kristina Schröder und löse gegebenenfalls Freundschaften auch wieder auf. Allerdings muss ich gestehen, dass dieses Prozedere nur am Anfang praktikabel gewesen ist. Nachdem nun Kristina Schröder Bundesministerin ist und die Anzahl von Freunden auf ein paar Tausend angesprungen ist, bereue ich persönlich inzwischen die Entscheidung für eine Profil-Seite.

Die Statusmeldungen werden 1:1 von Twitter übernommen und werden automatisch in Facebook eingebunden. Alle Kommentare dazu werden per E-Mail an Kristina Schröder und mich weitergeleitet und gelesen. In sehr seltenen Fällen greife ich ein und lösche bestimmte Kommentare bzw. schreibe mit meinem privaten Account einen eigenen Kommentar. Dies ist jedoch in den vergangenen sechs Monaten maximal 10x vorgekommen. Sofern Kristina Schröder selbst am Rechner sitzt und einen Moment Zeit hat, schreibt sie auch eigene Kommentare sowohl auf ihrer eigenen Pinnwand als auch bei fremden Statusmeldungen. Ansonsten wird die Handhabung mit den Kommentaren sehr frei gehandhabt. In der Regel sind wir damit bislang auch sehr gut gefahren. Mich erstaunt es oft selbst immer wieder, wie ausgeglichen und überwiegend fair Diskussionen bei Facebook geführt werden.

Ein problematischer Punkt bei Facebook ist die Funktion, dass die bestätigten Freunde auf der Pinnwand von Kristina Schröder eigene Meldungen veröffentlichen können. Anfangs war die Funktion deaktiviert, doch nach einigen Anfragen wurde sie während des Wahlkampfes freigeschaltet. Insgesamt hat dies auch eine lange Zeit sehr gut funktioniert und die dort veröffentlichten Meldungen hatten eine hohe Qualität oder auch Relevanz. Jedoch mit einer stark erhöhten Freundesanzahl sowie mit dem damit verbundenen Erreichen von neuen Nutzergruppen geriet die Funktion langsam außer Kontrolle. Schuld daran waren überwiegend die Facebook-Applikationen alá "XY hat dich bewwertet und wenn du das Ergebnis sehen willst, klicke bitte hier" oder auch "XY hat dir eine virtuelle Rose geschenkt". Teilweise gab es pro Tag über 30 solcher Einträge, so dass die Funktion kurz Weihnachten 2009 wieder deaktiviert wurde.

Für die Notizen wird automatisch der RSS-Feed von der Website kristinaschroeder.de eingebunden. Bilderalben werden dagegen von mir in Absprache mit Kristina Schröder gepflegt. Dies geschieht allein aus praktischen Gründen, da ich oft parallel dazu auch die Website aktualisiere und damit eh mit den Bildern arbeiten muss.

Zum Problemfall haben sich in den letzten Wochen die privaten Nachrichten entwickelt. In der Regel werden alle von Kristina Schröder persönlich gelesen und je nach bei Bedarf und Inhalt auch persönlich beantwortet. Ähnlich wie bei WKW wird sie dabei gelegentlich durch das Büro unterstützt, indem es die persönlich geschriebene Antworten in die richtige Formularmasken überträgt. Mit der Ernennung zur Bundesfamilienministerin kommen nun allerdings vermehrt detailierte, äußerst persönliche Anfragen, deren Bearbeitung immer mehr Zeit einnimmt. Im Gegensatz zu den Replies bei Twitter kann man diese nach meinem Verständnis nicht unbeantwortet lassen. Hier muss sicherlich für die Zukunft noch eine Lösung gefunden werden müssen, wie man optimal mit den zahlreichen Anfragen umgeht und diese in den normalen Geschäftsvorgang besser integriert.

Mitte Februar haben wir neben dem persönlichen Profil auch eine eigene Fan-Seite eingerichtet, die mittlerweile rund 1700 Fans hat. Im Gegensatz zu einigen Meldungen in den Medien geschah dies jedoch nicht aus der Motivation, das Profil vollständig zu ersetzen. Viel mehr wollten wir eine nur eine Alternative für die Facebook-Nutzer schaffen, die auf Grund des Limits von 5000 Freunden nicht mehr ein Freund werden konnten.

Die Inhalte des Facebook-Profils sowie der -Fanseite unterscheiden sich geringfühgig, was u.a. daran liegt, dass diese Seite vollständig von mir betreut wird. So filtere ich beispielsweise die Twitter-Nachrichten manuell und pflege sie in der Regel mit meinem Zeitverzug von mindestens 30 Minuten ein. Dies ist leider notwendig, da der automatische Import von Tweets in das Profil und in die Fan-Seite nicht sehr zuverlässig funktioniert. Zudem hat es den Vorteil, dass bei den Facebook-Nutzern, die sowohl Freund als auch Fan sind, der Lifestream nicht auf einen Schlag allein von Kristina Schröder gefüllt wird. Des weiteren erweitere ich die Fan-Seite eigenständig um Links wie etwas zu Pressemeldungen des Bundesministerium oder auch Medienberichten. Diese erscheinen in der Regel nicht im persönlichen Profil von Kristina Schröder. Hier sind weiterhin alle Inhalte von ihr selbst geschrieben bzw. autorisiert.

Fazit

Meiner Meinung nach haben sich die Social Media-Aktivitäten von Kristina Schröder im vergangenen Jahr gelohnt. Sowohl Twitter als auch Facebook sind ein Markenzeichen von ihr geworden und haben ihr über das gesamte Jahr hinweg eine große Aufmerksamkeit eingebracht. Der Höhepunkt war sicher die Bild-Schlagzeile "Kristina Schröder ist die erste Ministerin Web 2.0", was natürlich etwas übertrieben ist. Aber neben der Aufmerksamkeit in den Medien konnte vor allem zahlreichen Interessierten ein ausführlicher Einblick in den Alltag einer Bundestagsabgeordneten gegeben werden.

Diesen Einblick und das damit verbundene langfristige Vermitteln von politischer Arbeitsweise empfinde ich persönlich am wichtigsten. Denn die vergangenen 15 Monate haben mir besonders gezeigt, dass die Vorstellungen von Politikern sowie von deren Wählern über die Möglichkeiten von Social Media zur Zeit noch weit auseinander liegen. Der Wunsch nach Politikern, die mit Hilfe von Social Media ausschließlich persönlich, detailliert sowie zeitnah über ihre Arbeit berichten und dabei stets den engen Dialog mit dem Wähler suchen, wird sich auf Dauer durch keinen Politiker erfüllen lassen. Je höher die politische Laufbahn verläuft, desto dichter folgen allein schon Termine aufeinander. Die Möglichkeit dies mit der Taktung des Web 2.0 synchron zu halten, wird immer geringer.

Dies gilt insbesondere in Wahlkampfzeiten für alle Politiker. Ich habe dies ja selbst im letzten Wahlkampf miterlebt. Kristina Schröder hatte da wirklich Termine im 45-Minuten Takt, teilweise bis zu zehn Stück am Tag. Von Termin zu Termin fuhr sie entweder selbst oder wurde von Mitgliedern ihres Köhler-Teams gefahren. Aber selbst dann mußte sie während der Fahrten Telefonate erledigen, Texte freigeben oder mit mitfahrenden Journalisten reden. Unter solchen Umständen können selbst kurze Tweets eine Herausforderung sein. Inwieweit dies durch Unterstützung von geschulten Mitarbeitern aufgefangen werden kann, wird eine der interessantesten Fragen für die Zukunft sein. Sie wird dadurch erschwert, dass Kristina Schröder ihre Tweets und Neuigkeiten nach wie vor selber verfassen möchte, weil alles andere ihrer Ansicht nach dem Sinn von Social-Media widersprechen würde. Eine Sicht allerdings, die ich zu 100% teile.

Unterm Strich finde ich persönlich, dass Kristina Schröder im Web 2.0 und im Umfeld von Social Media ein guter Anfang geglückt ist. Ich bin mir sicher, dass sie ihren Weg fortsetzen wird, so dass man auch in Zukunft noch einiges von ihr diesbezüglich hören wird.

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