Internetberatung Sven Przepiorka

Vorüberlegungen für eine technische Basis bei parteipolitischen Auftritten im Internet

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Vergangene Woche habe ich in einem Blogeintrag ein paar grundsätzliche Thesen für parteipolitische Auftritte im Internet notiert, die ich heute etwas konkretisieren möchte.

Die Arbeit in einer Partei ist durchaus sehr vielfältig, aber aus meiner Sicht kann man drei wesentliche, völlig unterschiedliche Ausgangssituationen für parteipolitische Websites im Internet feststellen.

Im ersten Fall handelt sich beim Betreiber der Website um einen hauptberuflich agierenden Politiker, wie etwa Bundestags- oder Landtagsabgeordnete, der mit seiner Website zunächst seine eigene politische Arbeit dokumentieren und darüber hinaus mit seinen Wählern in Kontakt treten möchte. Je nach Bekanntheitsgrad wird seine Arbeit eher nur regional eingeschränkt, landes- oder sogar bundesweit wahrgenommen.

Beim zweiten Fall handelt es sich um parteipolitische Gruppierungen, angefangen beim Bundesverband selbst, den einzelnen Landesverbänden und schließlich die Kreisverbände. Diese Website zeichnen sich dadurch aus, dass nicht die Arbeit eines einzelnen, sondern die Arbeit der gesamten Gruppierung im Fokus steht. Diese kann sowohl alle möglichen Themenschwerpunkte beinhalten oder auch ganz monothematisch organisiert sein, wie etwa bei der FU oder MIT. Wie bei den Berufspolitikern auch ist die Wahrnehmung der Website stark an dem Bekanntheitsgrad gebunden.

Der letzte Fall umfasst sowohl alle (quasi) Ehrenamtlichen, die sich beispielsweise in den Stadtparlamenten engagieren, oder auch die kleinen Orts- und Stadtteilverbände.

Sicherlich kann man sich jetzt darüber vortrefflich streiten, ob es nicht noch mehr Fälle gibt. Manchmal werden auch die Übergänge zwischen den einzelnen Fällen nicht immer eindeutig definieren lassen. Aber ich denke, die drei genannten Fälle reichen für den Anfang aus.

Neben der Größe und Bedeutung lassen sich aber auch noch weitere Gruppierungen vornehmen. So kann man ohne große Übertreibung behaupten, dass die technischen Fähigkeiten abseits der Jugendverbände durchweg eher gering sind. Und auch die finanziellen Möglichkeiten sind durchaus unterschiedlich. Dies fängt an bei Bundestagsabgeordneten, die ein eigenes Budget für den Betrieb einer Website haben, und endet bei den Ehrenamtlichen in den Ortsverbänden, die nicht einmal wissen, womit sie den nächsten Stand in der Fußgängerzone aufbauen sollen.

Diese Vielfalt in einem einzigen Lösungsansatz für eine technische Basis von parteipolitischen Website abzubilden, ist nahezu unmöglich. Aus diesem Grund favorisiere ich zwei Ansätze.

  1. Den Aufbau einer zentral organisierten Hosting-Lösung, bei der man mit Hilfe eines einfachen Baukastens ohne HTML-Kenntnisse für jeden angemeldeten Account eine einzige Webseite erstellen und pflegen kann. Dieses Angebot eignet sich hervorragend für alle, die in ihrer politischen Arbeit nur wenige eigenständige Inhalte veröffentlichen können, aber die gleichzeitig dennoch im Internet unter einer eigenen Domain präsent sein wollen. Zielgruppe dieser Lösung sind somit kleine Ortsverbände, ehrenamtliche Parlamentarier in Stadtverbänden oder auch alle Berufspolitiker bzw. Gruppierungen, die sich bislang einer eigener Website verweigert haben. Denn meiner Meinung nach ist eine gut gepflegte einzelne Website im Internet wesentlich mehr wert als eine ungepflegte umfangreiche Website oder gar als überhaupt keine.

  2. Die Entwicklung eines umfassenden, aber auch an den Bedürfnissen der politischen Arbeit mitwachsenden Content-Management-Systems, das durch einfach benutzbare Werkzeuge den Aufbau umfangreicher und individueller Websites fördert. Dieses System kann adhoc als Hosting-Lösung mit vordefinierten Templates genutzt werden oder auch als individuelle Lösung auf einem eigenen Server eingesetzt werden. Neben der Darstellung im Internet soll das System auch den Betreiber selbst in seiner Arbeit unterstützen. Es soll also nicht nur nach außen, sondern auch nach innen wirken. Zielgruppe sind vor allem alle Berufspolitiker, aber auch alle größeren Gruppierungen im politischen Umfeld.

Beide Lösungsansätze werde ich in den nächsten Tagen / Wochen noch einmal genauer in eigenständigen Blogeinträgen vorstellen.

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